1 Einführung
Der DJ-Konverter überträgt deine DJ-Bibliothek verlustarm zwischen den DJ-Programmen – also Hot Cues, gespeicherte Loops, Beatgrids, Playlists sowie Titel-Metadaten. So kannst du zu einem anderen Programm wechseln (oder mehrere parallel nutzen), ohne deine Vorbereitung neu machen zu müssen.
Das Programm ist ein Einmalkauf für macOS (Apple Silicon) und Windows und arbeitet vollständig lokal – es werden keine Daten hochgeladen.
1.1 Was der DJ-Konverter macht
Du wählst ein Quell-Programm (aus dem du exportierst) und ein Ziel-Programm (in das du übernehmen willst). Der Konverter liest die Quelle, übersetzt alles in ein gemeinsames Format und schreibt es für das Ziel – begleitet von einem Transfer-Report, der ehrlich zeigt, was 1:1 übernommen wird und was sich ändert oder wegfällt.
Der Konverter verändert deine Quell-Bibliothek nie. Er liest sie nur und schreibt das Ergebnis für das Zielprogramm.
1.2 Unterstützte Programme
Sechs Ökosysteme werden unterstützt. Aus allen kannst du lesen; in fünf davon kann der Konverter auch schreiben:
- rekordbox – lesen & schreiben (über die offizielle XML-Bibliothek)
- Traktor Pro – lesen & schreiben (
collection.nml) - Mixxx – lesen & schreiben (Mixxx-Datenbank)
- VirtualDJ – lesen & schreiben (
database.xml) - Serato DJ – lesen & schreiben (Cues stecken in den Audiodateien)
- djay Pro – nur lesen (djay-Format ist besonders empfindlich; Schreiben ist bewusst deaktiviert)
Zusätzlich gibt es das Ziel USB-Stick (VirtualDJ · Serato) – Gast-Stick: Es bringt deine Playlists samt Cues auf einen USB-Stick, mit dem du an einem fremden Rechner auflegen kannst (Kapitel 6.7).
2 Installation
2.1 macOS
- DMG öffnen und den DJ-Konverter in den Programme-Ordner ziehen.
- Beim ersten Start ggf. Rechtsklick auf die App und „Öffnen" wählen, falls eine Gatekeeper-Warnung erscheint.
- Voraussetzung: Apple Silicon (M1 oder neuer), macOS 12 oder neuer.
2.2 Windows
- ZIP vollständig entpacken (alle Dateien im selben Ordner belassen) und DJ-Konverter.exe starten.
- Voraussetzung: Windows 10 oder 11 (64-Bit).
3 Grundprinzip
3.1 Nabe & Speichen
Der Konverter übersetzt nicht direkt von Programm zu Programm, sondern über ein gemeinsames Zwischenformat (ein kanonisches Modell). Jedes Programm hat dazu einen eigenen Adapter, der aus seinem Format liest und in seines schreibt. Das hält jede Umwandlung konsistent – egal, welche Kombination aus Quelle und Ziel du wählst.
3.2 Nicht-destruktives Arbeiten
Die Quelle wird ausschließlich gelesen. Beim Schreiben wählt der Konverter für jedes Ziel den schonendsten Weg (siehe Kapitel 6). Trotzdem gilt:
Lege vor dem ersten Umzug ein Backup der Ziel-Bibliothek an. So kannst du jederzeit zurück.
4 Eine Konvertierung durchführen
4.1 Quelle wählen und analysieren
- Oben unter Quelle das Programm wählen, aus dem du übernehmen willst.
- Über Durchsuchen … die passende Datei bzw. den Ordner auswählen (bei Serato und djay ist es ein Ordner, sonst eine Datei).
- Auf Analysieren klicken: Der Konverter zeigt, wie viele Tracks, Hot Cues, Loops und Playlists gefunden wurden – so siehst du sofort, ob die richtige Quelle geladen ist.
- Nach der Analyse erscheinen unter Playlists übertragen alle Playlists der Quelle. Übertragen werden nur die angehakten Playlists und deren Tracks – mit Alle bzw. Keine wählst du schnell aus. Sind alle angehakt, wird die komplette Bibliothek übertragen.
4.2 Ziel wählen
- Unter Ziel das Programm wählen, in das übernommen werden soll. djay erscheint hier nicht, weil dorthin nicht geschrieben wird.
- Ziel-Datei bzw. Ziel-Ordner festlegen.
- Optional: Fehlende Dateien suchen in … – hast du Musikdateien verschoben, seit das Quellprogramm sie zuletzt gesehen hat, gib hier den Ordner an, in dem sie jetzt liegen. Der Konverter findet sie anhand des Dateinamens wieder (auch in Unterordnern) und meldet im Report, wie viele er umverknüpft hat. Bevorzugt wird das gleiche Dateiformat; passt nur ein anderes (z. B. MP3 statt WAV), weist der Report darauf hin, weil Cues dann um wenige Millisekunden abweichen können.
Schließe das Ziel-Programm vor dem Konvertieren. Bei laufender App kann die Datenbank gesperrt sein.
4.3 Konvertieren und Transfer-Report
Mit Konvertieren → startet die Umwandlung. Danach erscheint der Transfer-Report. Er listet auf:
- Info – was übernommen wurde (z. B. Anzahl Tracks und Playlists).
- Hinweis – kleine Anpassungen (z. B. Playlist-Ordner werden flach abgelegt, wo das Ziel keine Ordner kennt).
- Verlust – was das Zielformat nicht abbilden kann (z. B. Sterne-Rating bei VirtualDJ).
5 Was wird übertragen?
5.1 Hot Cues und Loops
Hot Cues und gespeicherte Loops werden mit Position, Name und – wo möglich – Farbe übertragen. Programme, die pro Pad nur einen Punkt zulassen (z. B. Traktor), legen kollidierende Loops automatisch auf einen freien Slot.
5.2 Beatgrids und BPM
BPM werden übernommen. Der Beatgrid-Anker wird als Startpunkt übertragen; feine Grid-Details können je nach Programm neu berechnet werden.
5.3 Playlists
Playlists inklusive Reihenfolge werden übertragen. Ordnerstrukturen bleiben erhalten, sofern das Zielprogramm sie unterstützt – andernfalls meldet der Report, dass die Playlists flach abgelegt werden.
5.4 Ratings und Metadaten
Titel, Interpret, Album, Genre, Tonart und Sterne-Rating werden übernommen, soweit das Zielprogramm sie kennt. Fehlt ein Feld im Ziel, weist der Report es als Verlust aus.
6 Besonderheiten je Programm
Damit deine bestehende Ziel-Bibliothek nicht überschrieben wird, geht der Konverter für jedes Programm den nativen, nicht-destruktiven Weg.
6.1 rekordbox
Der Konverter schreibt eine rekordbox-XML. In rekordbox verknüpfst du diese Datei unter Einstellungen → Erweitert → Datenbank → „rekordbox xml"; sie erscheint dann als eigener Baum im Browser. Deine echte Collection bleibt dabei unangetastet.
Der Konverter nutzt ausschließlich die offizielle rekordbox-XML – niemals die verschlüsselte interne Datenbank. Das ist bewusst so, aus Kompatibilitäts- und Lizenzgründen.
6.2 Traktor
Importiere die erzeugte collection.nml in Traktor über Rechtsklick auf „Playlists" → Import. Die Tracks landen mitsamt Cues in deiner Collection – die eigene collection.nml musst du nicht ersetzen.
6.3 Mixxx
Wählst du deine vorhandene mixxxdb.sqlite als Ziel, fügt der Konverter die neuen Tracks, Cues und Playlists in die bestehende Datenbank ein, statt sie zu ersetzen. Mixxx dabei geschlossen halten.
6.4 VirtualDJ
Ebenso wird bei VirtualDJ in die vorhandene database.xml eingefügt bzw. ein bereits vorhandener Track aktualisiert. Deine übrige Library bleibt erhalten.
6.5 Serato
Serato speichert Cues und Loops direkt in den Audiodateien (als „Serato Markers2"). Der Konverter schreibt diese Marker in die Dateien; beim Laden in Serato erscheinen die Cues automatisch. Playlists werden als Crate ergänzt.
Weil hier in die Audiodateien geschrieben wird, empfiehlt sich vorab eine Sicherungskopie der betroffenen Tracks. Aktuell werden Serato-Cues in MP3-Dateien geschrieben.
6.6 djay Pro
Aus djay kann der Konverter lesen (Tracks, Cues, Loops, Playlists). Das Schreiben nach djay ist bewusst deaktiviert, weil das interne djay-Format sehr empfindlich ist und ein Schreibfehler die djay-Bibliothek beschädigen könnte.
6.7 USB-Stick / Gast-Stick (VirtualDJ · Serato)
Ideal, wenn du als Gast-DJ an einem fremden Rechner auflegst, an dem du nichts installieren oder verändern darfst. Der Konverter kopiert die gewählten Playlists auf den Stick und schreibt deine Hot Cues und Loops direkt in die Kopien (im Serato-Format). Am fremden Rechner muss nichts eingerichtet werden:
- VirtualDJ liest die Cues automatisch, sobald eine Datei zum ersten Mal geladen wird (Standard-Einstellung
getCuesFromTags= „for new files"). - Serato liest dieselben Cues nativ aus den Dateien.
- Die Cues bleiben erhalten, auch wenn die Dateien vom Stick auf den Rechner kopiert werden.
So gehst du vor:
- Stick am besten als exFAT formatieren (lesbar auf Mac und Windows).
- Quelle wählen und Analysieren, dann die gewünschten Playlists anhaken.
- Als Ziel USB-Stick (VirtualDJ · Serato) – Gast-Stick wählen und den Stick (oder einen Ordner darauf) angeben.
- Konvertieren → – pro Playlist entsteht ein Ordner mit durchnummerierten Tracks (
01 - …,02 - …) und einer.m3u-Playlist in der richtigen Reihenfolge.
Zusätzlich liegt auf dem Stick ein Cue-Spickzettel (Cue-Spickzettel.html, druckbar) mit allen Cue-Positionen – dein Notfall-Plan, falls ein Programm anders eingestellt ist: Dann setzt du die Cues schnell von Hand über die Hot-Cue-Pads.
Cues werden in MP3- und WAV-Dateien geschrieben. Andere Formate werden mitkopiert; deren Cues stehen nur im Spickzettel (der Report weist darauf hin). Deine Originaldateien bleiben unverändert – geschrieben wird nur in die Kopien auf dem Stick.
7 Hinweise und Grenzen
- Konvertiere immer bei geschlossenem Zielprogramm.
- Die Audiodateien selbst werden nicht verschoben oder umbenannt – übertragen werden nur die Verweise und die DJ-Daten. Liegen die Tracks im Zielsystem an einem anderen Ort, ordne sie dort ggf. neu zu. Wurden sie auf deinem Rechner verschoben, hilft das Feld Fehlende Dateien suchen in … (Kapitel 4.2).
- Sehr programmspezifische Details (proprietäre Effekte, Sampler-Bänke o. Ä.) werden nicht übertragen – der Report weist Verluste aus.
8 Updates und Hilfe
Über die Schaltfläche „Auf Updates prüfen" (oben rechts im Fenster) kannst du jederzeit nachsehen, ob eine neuere Version verfügbar ist – der Konverter prüft nichts automatisch im Hintergrund. Fragen und Support: djcataclysm.com.
Lizenzen und Drittanbieter-Software
Überblick
DJ Cataclysm – DJ-Konverter ist proprietäre Software. Sie nutzt ausschließlich Open-Source-Komponenten, deren Lizenzen mit der kommerziellen, proprietären Weitergabe vereinbar sind. Für keine der eingesetzten Bibliotheken besteht eine Pflicht zur Offenlegung des Quellcodes des DJ-Konverters.
Die Behandlung der Traktor- (NML) und Serato- (ID3/GEOB) Formate ist Eigenentwicklung – es werden bewusst keine Copyleft-Bibliotheken eingebunden.
Eingesetzte Open-Source-Software
- PySide6 / Qt – LGPL-3.0 – grafische Oberfläche
- pyrekordbox – MIT – rekordbox-XML lesen/schreiben
- SQLAlchemy, construct, SQLCipher (via pyrekordbox) – MIT bzw. zlib – Datenbank-/Binärformat-Verarbeitung
- NumPy – BSD – numerische Hilfsfunktionen
- weitere permissive Bibliotheken (psutil, python-dateutil, packaging, cryptography, charset-normalizer u. a.) – BSD/Apache/MIT
- PyInstaller – Bootloader mit ausdrücklicher Ausnahme, die das Bündeln proprietärer Programme erlaubt
Mixxx wird über die Python-Standardbibliothek (sqlite3) angebunden; VirtualDJ über XML.
Qt / PySide6 (LGPL-3.0)
Das Qt-Framework wird über PySide6 unter der GNU Lesser General Public License v3 genutzt. Qt ist als eigenständige Bibliothek dynamisch eingebunden und lässt sich durch eine eigene Version ersetzen. Die vollständigen Lizenztexte (LGPL-3.0 und der referenzierte GPL-3.0) liegen der Anwendung bei; die Attribution aller Komponenten steht in der Datei THIRD_PARTY_LICENSES im Programmpaket.
Lizenz der Anwendung
Der DJ-Konverter selbst ist urheberrechtlich geschützt. © DJ Cataclysm Software. Alle Rechte vorbehalten. Der Erwerb berechtigt zur Nutzung gemäß den Kaufbedingungen; eine Weitergabe des Programms ist nicht gestattet.